Weingut Kammermann
Fast 500 Jahre Familiengeschichte
Beginn der Aufzeichnung mit Volker Wolf und Kunigunde Wolf, Sohn Hans Martin Wolf (*1650)
Das Anwesen und die Familie Wolf überleben den Dreißigjährigen Krieg.
- Hans Martin Wolf (1650–1717) und Frau Eva Catharina
- Sohn Johannes Wolf (*1690), Sohn Johan Simon Wolf (*1693)
- Tochter Anna Barbara Wolf (*1677)
Hans Johannes Wolf erbt den Familienbetrieb.
- Johannes Wolf (1690–1746) und Frau Maria
- Sohn Hans Georg Wolf (*1718)
- Tochter Maria Barbara Wolf (*1726)
- Tochter Eva Maria Wolf (*1725)
Das Stammhaus Wolf wird im Jahr 1750 zum Stammhaus „von Nida“.
Georg Jacob von Nida übernimmt den Familienbetrieb.
- Georg Jacob von Nida (1756–1817) und Ehefrau Johann Eva Catharina Clauß (1761–1835)
Sohn Johann Thomas von Nida (*1785) - Johann Thomas von Nida (1785–1869) und Ehefrau Anna-Maria Luft
Sohn Johan Jakob von Nida (*1822) - Johan Jakob von Nida (1822–1901) und Ehefrau Anna Elisabeth Becker
Sohn Heinrich von Nida (*1861) - Heinrich von Nida (1861–1902) und 2. Ehefrau Maria Seiler
Aus der 1. Ehe Sohn Emil von Nida (*1887) Großvater von Karl Kammermann - Sohn Emil von Nida (1887–1918, Unfalltot) und Ehefrau Katharina Doppler (1887–1980)
Tochter Wilma von Nida (*1915)
Katharina von Nida, geborene Doppler, führt den Familienbetrieb als Witwe alleine weiter.
- Wilma von Nida (1915–2003) und Ehemann Karl Schmitt (1912–1944, 2. Weltkrieg)
- Tochter Hiltrud Schmitt (*1939)
Wilma Schmitt, Geburtsname „von Nida“, führt als Witwe den Familienbetrieb mit Mutter Katharina von Nida alleine weiter.
- Hiltrud Schmitt (1939–1960, Unfalltod) und Ehemann Kurt Kammermann
- Sohn Karl Kammermann (*1959), Tochter Ute Kammermann
Kurt Kammermann führt den Familienbetrieb als Witwer alleine weiter.
Karl Kammermann übernimmt als Winzermeister den Familienbetrieb mit einer fast 500-Jährigen Familien- und Unternehmensgeschichte.
- Karl Kammermann (*1959) und Ehefrau Maritta Wüst
- Sohn Sven Kammermann (*1982)
- Tochter Tina (*1986)
Sven Kammermann wird für die Übernahme des Familienbetriebes vorbereitet um die Familiengeschichte in der 12. Generation weiter zu schreiben.
Geschichte des Weingutes
Wurzeln im 17. Jahrhundert
Das Weingut Karl Kammermann hat nachvollziehbare Wurzeln bis Anfang des 17ten Jahrhunderts (Gründer und Vorfahre war Hans Martin Wolff (1650–1717). Seit Bestand des Hofes haben sich alle Generationen auf den Acker- und Weinbaubetrieb konzentriert und weiter ausgebaut. Damals wurden primär Hafer und Gerste angebaut, jedoch kein Weizen. Weiterhin Rüben als Viehfutter, die in Erdgruben eingelagert wurden. Die Zwei-Felder-Wirtschaft der damaligen Zeit bedingte ein Ruhen der jeweiligen Fläche für ein Jahr ohne Anbau (Brache) bis dann für die neue Einsaat der Boden wieder bearbeitet werden konnte.
Zur Bodenbearbeitung mit Pflug und Egge setzte man Pferde oder Vieh ein. Die Felder wurden seinerzeit in schweißtreibender Handarbeit mit Sense, Sichel und Spaten bearbeitet. Man ging zu Fuß auf das Feld und trug auf dem Kopf die Früchte nach Hause (Frauen). Die Geräteausstattung war äußerst schlicht. Dementsprechend war der körperliche Einsatz hoch.
Anfänge des Weinbaus
Der Anfänge des Weinanbaus im Jahr 1719 auf der leicht ansteigenden Fläche nördlich des Dorfes fanden seinerzeit auf kleinsten Parzellen (100qm und kleiner) in einer Art Laubenanlage statt. In dieser konnte kein Pferd den Pflug ziehen. Man musste hineinsteigen und graben und hacken. Im Herbst wurden die Trauben geerntet und dann über schmale Pfade in einer Hotte abtransportiert.
Für unser Weingut wurde für die weitere Verarbeitung der Trauben schon eine Kelter im eigenen Besitz verwendet (bereits im Jahr 1719 erwähnt). Der Wein reifte dann in unterschiedlich großen Holzfässern heran. Im Weinbau gab es seinerzeit nur geringe Erträge.
Der Hof war ein Selbstversorger, der alle lebensnotwendige Nahrung und Materialien weitestgehend selbst herstellte. Eine wichtige Grundlage des Betriebs bildete die Viehzucht mit Rindern, Schweinen, Hühnern und Gänsen. Das Vieh wurde zur Milcherzeugung und für die Butter- und Käseproduktion gehalten. Rindfleisch zum Eigenbedarf war seinerzeit nicht konservierbar, weshalb Schweinfleisch über Rauch und mit Salz haltbar gemacht wurde. Weiterhin dienten Obstgärten mit Apfel-, Birnen-, Zwetschgenbäumen wesentlich zur Ernährung der Familie bei. Rüben und Kraut bildeten eine wichtige Überlebensgrundlage für den Winter. Mit dem Anbau von Hanfs hatte man einen wertvollen Rohstoff für Textilien, Säcke, Stricke und Seile.
Heute
Seit mehr als 250 Jahren ist der Hof nun über Generationen hinweg im Besitz unserer Familie. Über die Zeit wurde der Ackerbau immer weiter zurückgefahren und durch einen weiteren Ausbau des Weinbaus in unserem Weingut gewandelt. Karl Kammermann ist somit in der 11ten Generation des Hofes.
In der 12ten Generation wird Karls Sohn, Sven Kammermann, den Betrieb in den nächsten Jahren gemeinsam mit seinem Vater Karl weiterführen und weiter ausbauen. Dazu wurde der Betrieb 2023 in eine GbR umgewandelt. Sven Kammermann hat den dualen Studiengang an der staatlichen Weinbauschule in Neustadt abgeschlossen. Damit erwarb er die Abschlüsse Winzergeselle und Bachelor der Oenologie.
Dorf & Region
In Kleinfischlingen leben 350 Einwohner. Geschützt von der Bergkette Haardt liegt dieses kleine Dorf in der Mitte von Deutschland. Im alten Ortskern befinden sich viele alte Bauernhöfe. Der geringe Höhenunterschied zu dem nördlich fließenden Modenbach, der fruchtbare Löss-Lehm Boden mit seinen Mineralien und das milde Klima mit wenig Regen und viel Sonne ermöglichen seit Jahrhunderten einen sehr erfolgreichen Weinbau in Kleinfischlingen. Das erste Mal wurde der Ort urkundlich im Jahr 772 erwähnt.
Die Region Südliche Weinstraße, in deren Herzen Kleinfischlingen liegt, ist primär durch Landwirtschaft und Tourismus geprägt. Größere Städte und Industrie liegen mehr als 45 km weit entfernt.
Hier liegt auch das berühmte Hambacher Schloss, auf welchem die Deutsche Bundesregierung regelmäßig Staatsgäste aus aller Welt begrüßt.